Montag, 7. Juni 2021

SOMMERLICHE GRÜSSE UND FRAUENSTIMMRECHT …

Donnerstag, 3. Juni 2021, 19 Uhr: Bin im Homeoffice, sitze an einem kleinen quadratischen chinesischen Tisch in meinem Schlafzimmer und betrachte den Salève, den Genfer Hausberg, der noch in der Sonne steht und von ein paar Quellwolken überhängt ist. Ich erinnere mich an das Leben vor der Pandemie, eine Wanderung in den südlichen Alpen und eine besondere Begegnung, die ihr auf dem Foto sieht.

Bei einer Rastpause spüre ich plötzlich einen Atemhauch im Nacken. Ein riesiger Kopf nähert sich mir auf Augenhöhe und schaut mich freundlich an. Ich bin überrascht. Es ist ein Patou, einer dieser Herdenschutzhunde, die manchmal ganz schön aggressiv sein können. „Mein Patou“ aber ist mir wohlgesinnt. Er will wissen, wer ich bin. Wir schwatzen eine halbe Stunde, dann läuft er leise weg. Ein absoluter Glücksmoment, wie wir ihn jetzt verspüren, da die Sonne scheint und wir unsere Bewegungsfreiheit wiedergefunden haben.

Doch kommen wir zurück zu meinen Lieblingsthemen. Zuerst etwas zum Chat vom vergangenen Donnerstag. War sehr nett, wie immer. Bekannte Gesichter und Neuigkeiten aus den Clubs.

Auch einige eher technische Fragen zu Mutationen und Fristen. Dazu könnt ihr gerne unsere Kassiererin, Iris Burkhalter, kontaktieren (kassa@swiss-soroptimist.ch), sie ist immer für euch da.

Des Weiteren lässt sich sagen, dass sich die Clubs insgesamt gut über Wasser halten und regelmässigen Kontakt mit ihren Mitgliedern pflegen. Einige treffen sich im Freien, andere in kleinen Gruppen bei einem Clubmitglied und wieder andere virtuell. Alle freuen sich jedoch auf ein baldiges Treffen. Nähe ist das A und O der freundschaftlichen Bande, die wir in unserer Organisation knüpfen.

Dann eine Ankündigung, die mich ganz besonders gefreut hat. Eine Ausstellung unter freiem Himmel auf dem Münsterplatz in Bern zeigt bis Ende Juni 52 Porträts von Schweizer Frauen, die sich auf die eine oder andere Weise vor 50 Jahren für das Frauenstimmrecht eingesetzt haben, das uns am 7. Februar 1971 dann auch zugestanden wurde. Diese Ausstellung setzt ein Zeichen gegen die Unsichtbarkeit der Frauen, die ich seit Jahren mit allen Mitteln zu bekämpfen suche und auch Thema unseres Projekts Duo Sorop ist. Diese mehrsprachige Ausstellung ist ein echter Aufsteller.

Jeder Kanton hat zwei von vielen Frauen mit verschiedenem Hintergrund und mit unterschiedlichen Überzeugungen ausgewählt, die sich tapfer und entschlossen für das Frauenstimmrecht eingesetzt haben.

Alle Frauenporträts sind auf folgender Webseite zu finden:

https://hommage2021.ch/portraits

Der Werdegang dieser Frauen zeigt, dass jeder Schritt in Richtung Chancengleichheit viel Mut und Engagement erforderte. Dem war so im Bildungswesen, im sozialen Bereich, in Wirtschaft, Kunst, Kirche und Politik.

Historikerinnen, Soziologinnen und Kulturwissenschaftlerinnen wählten pro Kanton fünf bis acht Frauen aus und verfassten biografische Texte dazu. Die endgültige Auswahl von zwei Frauen pro Kanton wurde von den Schulen getroffen. Enthüllt wurden die 52 Frauenporträts der Ausstellung am 7. Februar 2021.

Die Ausstellung ist ein absolutes Muss bei einem Bummel durch Bern und/oder auf der Webseite. Ein Wissensschatz, der uns in unserer Geschichte verankert.

Hommage 21 erinnert daran, dass Bittstellerinnen aus Rüderswil bereits 1847 fragten „ob die Weibspersonen auch Menschen seien“.

Eure Bloggerin Brigitte Mantilleri lässt grüssen!

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