Schule und Toiletten in Thade | Nepal

Schule und Toiletten in Thade | Nepal

  Bericht & Fotos

Educate to Lead – wir machen es möglich..

Die Shree Sarawati L.S. Schule in Thade wird nach dem Erdbeben im Jahr 2015 nun endlich wiederaufgebaut. Roots for Life, der Verein von DI Carola Gosch (SI Vivata Wien) ist für den Bau sicherer Toiletten und Duschen speziell für Mädchen und drei Klassenzimmer
verantwortlich. Geschlechtergetrennte, geschützte sanitäre Anlagen sind für Mädchen auch mitentscheidend, ob sie die Schule besuchen und erfolgreich abschließen. Als besonderer Anreiz werden hier auch solarbeheizte Duschen realisiert, ein Luxus den die Mädchen von zuhause nicht kennen.

Auch wenn viele Frauen und Mädchen ihre Nächte nicht mehr in der Menstruationshütte verbringen müssen (Tradition Chhaupadi), ist das Thema immer noch ein Tabu. Sie gelten in dieser Zeit als unrein und sind von vielen Aktivitäten ausgeschlossen. Eigentlich ist Chhaupadi schon seit 2005 offiziell verboten. Jedoch wurden keine Schritte unternommen, das Gesetz auch aktiv umzusetzen, noch wesentliche Strafen festgelegt (zZ 25 €!), für jene, die dagegen verstoßen. Eine große Anzahl an Schulen haben keine geschützten Toiletten und Waschräume für Mädchen. Dies ist ein weiterer Grund warum sie während ihrer Periode bis zu einer Woche nicht in die Schule gehen. Unsere sanitären Anlagen sollen die Mädchen hier optimal
unterstützen. Außerdem übernehmen die Mädchen schon früh viele Aufgaben im Haushalt. Carola Gosch steht in engem Kontakt mit allen von Roots for Life unterstützen Stipendiatinnen. Die Mädchen erzählen, dass sie am Morgen erst für die ganze Familie kochen oder die Tiere füttern, bevor sie den Schulweg antreten können. Unter diesen Umständen stellt die Schule für sie eine ungleich größere Herausforderung dar als für die Buben in dem Alter.

Nach dem Erdbeben 2015 waren auch die meisten Häuser in Chyangsar (Solukumbu) starkbeschädigt. Die Frauen des Dorfes wollten jedoch nicht untätig herumsitzen und beschlossenihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie organisierten sich in einer Frauengruppe undsetzten das „Village safe and loan system“ (VSLS) um. Jedes Monat legen sie Geld in einenTopf, so kann nach und nach jeder Frau in der Gruppe ein Kredit gewährt werden. Vondiesem Kredit kaufen sie sich Hühner. Inzwischen konnten sich schon 20 Frauen eine SchaarHühner leisten. Die Eier verbessern die Ernährung der ganzen Familie. Außerdem können siedurch den Verkauf von Eiern und Junghennen Geld verdienen.Roots for Life stieg als förderndesMitglied in die Frauengruppe ein. Zusammen wurde auch die Idee einer Trainingsfarm entwickelt: Die Frauen wollten biologischen Gemüseanbau lernen um sich mit dem Verkauf von Setzlingen und Gemüse noch besser finanziell abzusichern. Durch die entlegene Lage – der nächste Markt 1 Tagesmarsch – entstand die Idee, das Gemüse direkt im Dorf zu verarbeiten. Dazu braucht es aber die passende Infrastruktur: Die Farmgebäude wurden geplant. Durch die großzügige finanzielle Unterstützung der SI Unionen Schweiz und Frankreich ist der Bau eines Küchenhauses, sowie mit Gästezimmern mit Toiletten bzw. Duschen möglich. Hier können die Frauen nicht nur die Pflanzen verarbeiten, es gibt dann auch die Möglichkeit für Trainer und Trainerinnen sich in Chyangsar aufzuhalten und die Frauen zu unterrichten.

Die Stärkung der Mütter hat eine große Wirkung: Nicht nur wird die finanzielle Situation der gesamten Familie verbessert, die Frauen haben dadurch eine höhere Stellung im patriarchalen Gefüge. Die Bildung von Mädchen wird in der nepalesischen Gesellschaft nicht als sehr wichtig angesehen. Viele gehen nur selten in die Schule oder es wird ihnen ganz verboten. Bilden sich jedoch die Mütter weiter und verbessert sich dadurch auch noch die Lebenssituation der Familie, wird auch die Bildung der Töchter höher geschätzt. DI Carola Gosch möchte sich an dieser Stelle bei ihren Clubschwestern von SI Wien Vivata und allen internationalen Clubschwestern bedanken, die ihr geholfen haben über den Presidents Appeal „Educate to lead“ Kontakt zur französischen und schweizer SI Union aufzubauen. Hier wurde unmittelbar nach dem Erdbeben schon sehr viel Geld gesammelt und ein hoher Betrag für diese Aktivitäten bereitgestellt.

2018-02-24T18:51:57+00:00